Kapitalmarktausblick 2026
14. Kapitalmarktausblick von Benjamin Knöpfler, 2.1.2026
Liquiditätshausse in vollem Gange!
Liebe Börsenfreunde,
die Liquiditätshausse ist weiter in vollem Gange! Für die Sachwerte Aktien und Gold war das vergangene Jahr ein noch besseres Jahr als 2024, das auch schon ein sehr gutes Anlagejahr war. So konnten Aktien im Jahr 2024 18,8% und im Jahr 2025 sogar 23,0% erzielen. Gold in Euro erziele im Jahr 2024 34,0% und im Jahr 2025 45,1%.
Ursache für diese Entwicklung ist das hohe Geldvermögen, das nach Anlagemöglichkeiten sucht sowie das gigantische Konjunkturpaket von Bundeskanzler Friedrich Merz, welches im März vergangenen Jahres beschlossen wurde. 500 Mrd. Euro sollen in den kommenden Jahren in Infrastruktur und den Klimaschutz und praktisch unbegrenzte Mittel in die Aufrüstung investiert werden. Woher nimmt er das Geld? In dem er Schulden macht! Vernünftiger wäre es sicherlich, nur das Geld auszugeben, das man hat und sich nicht an den Kriegen anderer zu beteiligen!
Auf die aktuelle Inflationsrate hatte das Schuldenmachen bisher noch keine Auswirkung (1,8% im Jahr 2025) – wird es aber bald haben! Die Kapitalmärkte haben die anstehende Geldentwertung bereits durch Kurssteigerungen bei den Sachwerten Aktien und Gold vorweggenommen. „Inflation ist immer und überall ein monetäres Phänomen“ (Milton Friedmann). Wie geht es nun weiter?
Im vergangenen Jahr habe ich ein Aktienmarkt-Prognosemodell entwickelt, das neben der Aktienmarktbewertung auch die Geldmengenentwicklung berücksichtigt. Aktuell ist am deutschen Aktienmarkt für die kommenden fünf Jahre mit einer jährlichen negativen Rendite von -0,4% zu rechnen. Das sind also schlechte Aussichten für die kurz- bis mittelfristige Entwicklung von Aktien!
Auch andere Indikatoren deuten auf eine relativ schlechte Aktienkursentwicklung in der Zukunft hin. Der Buffett-Indikator, bei dem die Marktkapitalisierung ins Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt gesetzt wird, ist im Dezember 2025 auf einen Rekordwert von 219% gestiegen. Dieser Indikator zur Bestimmung der Aktienmarktbewertung wurde vom legendären US-Investor Warren Buffett entwickelt und von ihm zur Zeit der Technologieblase im Jahr 2001 vorgestellt. Damals war der Wert schon einmal sehr hoch. Buffett meinte damals in seiner typisch bildhaften Sprache: „Ab einem Wert von 200% spielt man mit dem Feuer.“
Auch Gold hat die anstehende Geldmengensteigerung bereits ordentlich vorweg-genommen. Deshalb ist hier ebenfalls mit einer kurz- bis mittelfristig negativen Entwicklung zu rechnen.
Sofern das ungehemmte Schuldenmachen weitergeht, sollte man weiter in Sachwerten (Aktien und Gold) investiert bleiben. Aber die Börse ist keine Einbahnstraße. Die Kurse aller Anlageklassen bewegen sich zyklisch. Deshalb sollte man gerade jetzt antizyklisch denken. Je nach Risikotoleranz sollte eine strategische Aktienquote festgelegt werden. Die anderen Mittel werden in Anleihen oder Termingelder investiert. Fallen die Aktienkurse, und somit die Aktienquote, sollten Aktien antizyklisch nachgekauft werden. Steigen die Aktienkurse, und somit die Aktienquote, sollten Aktien antizyklisch verkauft werden. Genauso sollte man bei Gold denken. Aktuell ist eher die Zeit, um Aktien und Gold zu verkaufen und im Vergleich zur strategischen Quote unterzugewichten. Es ist jedenfalls nicht die Zeit sorglos zu sein, vielmehr sollte der Fokus auf mögliche Aktienkursverluste gerichtet werden. Risiken sollten mehr beachtet, als Chancen gesehen werden.
Herzliche Grüße und gewinnbringende Investitionen im Börsenjahr 2026 wünscht Ihnen
Ihr Benjamin Knöpfler




